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Parkinson-Übungen: warum Bewegung so wichtig ist – und wie sie leichter wird.

Parkinson verändert, wie Bewegung entsteht. Umso wichtiger ist es, in Bewegung zu bleiben. Die Forschung zeigt: Regelmäßiges Üben kann Beweglichkeit, Gleichgewicht und Gang verbessern.

Redaktion The BodyIQ · 10. Oktober 2026 · 5 Min Lesezeit

Nackte Füße stehen ruhig auf einem Holzboden

Bei Parkinson werden Bewegungen kleiner, langsamer und oft mühsamer. Das Aufstehen vom Stuhl braucht mehr Anlauf, die Schritte werden kürzer, die Arme schwingen weniger mit. Viele Betroffene beschreiben, dass Bewegungen, die früher automatisch liefen, plötzlich bewusst gesteuert werden müssen.

Genau darin liegt auch eine Chance. Was nicht mehr automatisch läuft, lässt sich mit Aufmerksamkeit neu organisieren.

Vorab: Dieser Artikel ersetzt keine neurologische Behandlung. Bewegung ergänzt die Therapie, die mit deiner Neurologin oder deinem Neurologen abgestimmt ist, einschließlich Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie.

Was die Forschung zeigt

Bewegung gehört zu den am besten untersuchten Begleitern bei Parkinson. Eine Meta-Analyse (Radder et al., 2020) zeigt, dass verschiedene aktive Formen der Physiotherapie motorische Symptome, Gleichgewicht und Gang verbessern können. Untersucht wurden unter anderem klassische Physiotherapie, Laufbandtraining, Training mit Taktgebern, Tanz und Tai Chi.

Zur Feldenkrais-Methode bei Parkinson gibt es bisher nur wenige, kleine Studien. Eine brasilianische Forschungsgruppe (Teixeira-Machado et al.) untersuchte die Methode in zwei randomisierten Studien zu Lebensqualität (2015) und Alltagsfunktion (2017). Die methodische Qualität dieser Studien wird in der Fachdatenbank PEDro mit 5 von 10 Punkten bewertet. Das ist ein interessanter Anfang, aber noch kein sicherer Beleg.

Was Feldenkrais anders macht

Viele Parkinson-Programme arbeiten mit großen, kraftvollen Bewegungen und klaren Taktgebern. Das ist gut untersucht und sinnvoll. Die Feldenkrais-Methode setzt an einer anderen Stelle an: Sie zerlegt alltägliche Bewegungen wie Aufstehen, Drehen oder Gehen in kleine Teile und lässt dich spüren, wie sie zusammenhängen. Das kann helfen, Bewegungen bewusst neu zu organisieren, wenn sie nicht mehr von allein gelingen.

Beide Ansätze schließen sich nicht aus. Viele Menschen kombinieren kräftige Bewegungsprogramme mit ruhiger Wahrnehmungsarbeit.

Die Lektion: leichter aufstehen – 5 Minuten

Die Lektion

Leichter aufstehen

5 MinIm Sitzen, mit Halt
  1. Schritt 1

    Sicher sitzen

    30 Sek

    Setz dich auf einen stabilen Stuhl ohne Rollen, möglichst mit Armlehnen. Die Füße stehen flach und hüftbreit, etwas hinter den Knien. Wenn du unsicher bist, sollte eine zweite Person in der Nähe sein.

  2. Schritt 2

    Auf den Sitzbeinhöckern wandern

    60 Sek

    Verlagere dein Gewicht langsam etwas mehr auf die rechte Gesäßhälfte, dann zurück zur Mitte, dann auf die linke. Sechsmal. Spür, wie sich der Oberkörper dabei mitbewegt.

  3. Schritt 3

    Nach vorn neigen

    75 Sek

    Neig den Oberkörper mit geradem Rücken langsam nach vorn, als würde deine Nase in Richtung Zehen wandern. Spür, wie das Gewicht dabei auf die Füße kommt. Dann zurück. Sechsmal, ohne aufzustehen.

  4. Schritt 4

    Das Gesäß wird leicht

    60 Sek

    Neig dich wieder nach vorn, bis das Gesäß auf dem Stuhl leichter wird. Es muss sich nicht abheben. Bleib einen Atemzug lang so und setz dich zurück. Viermal.

  5. Schritt 5

    Aufstehen

    45 Sek

    Wenn es sich sicher anfühlt: Neig dich nach vorn, stütz dich mit den Händen auf den Armlehnen ab und komm mit dem Schwung der Vorwärtsbewegung in den Stand. Steh einen Moment, dann setz dich langsam wieder hin.

Sicherheit: Übe am besten in einer Phase, in der deine Beweglichkeit gut ist. Wenn du zu Stürzen neigst, mach die Lektion nur bis Schritt 4 oder gemeinsam mit einer Physiotherapeutin.

Häufige Fragen

Welche Übungen helfen bei Parkinson?

Gut untersucht sind aktive Bewegungsformen wie Physiotherapie mit Gleichgewichts- und Gangtraining, Laufbandtraining, Tanz und Tai Chi. Welche Übungen für dich passen, besprichst du am besten mit deiner Physiotherapeutin oder deiner neurologischen Praxis.

Wie oft sollte man bei Parkinson üben?

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität. Viele Programme empfehlen, mehrmals pro Woche aktiv zu sein. Kurze tägliche Einheiten lassen sich oft leichter in den Alltag einbauen.

Hilft Feldenkrais bei Parkinson?

Es gibt erste kleine Studien mit positiven Hinweisen auf Lebensqualität und Alltagsfunktion. Ein sicherer wissenschaftlicher Beleg fehlt noch. Viele Betroffene erleben die Methode als hilfreiche Ergänzung, um Bewegungen bewusster zu steuern.

Kann Bewegung Parkinson aufhalten?

Bewegung kann Symptome lindern und helfen, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Ob sie den Verlauf der Erkrankung selbst verlangsamt, wird noch erforscht.

Quellen

  1. Radder DLM, Lígia Silva de Lima A, Domingos J, Keus SHJ, van Nimwegen M, Bloem BR, de Vries NM. Physiotherapy in Parkinson's disease: a meta-analysis of present treatment modalities. Neurorehabilitation and Neural Repair. 2020;34(10):871–880. doi.org
  2. Teixeira-Machado L, Araujo FM, Cunha FA, Menezes M, Menezes T, Melo de Santana J. Feldenkrais method-based exercise improves quality of life in individuals with Parkinson's disease: a controlled, randomized clinical trial. Alternative Therapies in Health and Medicine. 2015;21(1):8–14. pedro.org.au
  3. Teixeira-Machado L, de Araujo FM, Menezes MA, et al. Feldenkrais method and functionality in Parkinson's disease: a randomized controlled clinical trial. International Journal on Disability and Human Development. 2017;16(1):59–66. doi.org

Dieser Artikel dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Feldenkrais ist Bewegungspädagogik.

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